Es sind zwei Monate vergangen in denen ich hier nichts geschrieben habe. Das liegt daran, dass es nicht so viel zu berichten gibt. Knapp 9 Monate nach der OP hat sich der „Alltag“ in mein Leben mit Magenbypass eingeschlichen. Ich weiß inzwischen was ich gut vertrage und was eben nicht.
Zu den Dingen die ich gut vertrage gehören diese Sachen hier:
* alles was gesund ist
* alles was nicht dick macht
* alles was gesunde Kohlenhydrate enthält
* Saftschorle mit der richtigen Mischung
Was ich nur in ganz kleinen Mengen vertrage:
* Sachen, die fett machen
* Sachen, die ungesund sind
(also alles, was zuviel Zucker und zuviel Fett enthält)
Ich habe festgestellt das ich auf „billige“ Nahrungsmittel reagiere (z.B. eine Brezel von Billig-Bäckern wie Spar.back verursacht ein Dumping, eine Brezel vom örtlichen Bäcker hingegen nicht) und das es ebenso ein Unterschied macht, wann ich bestimmte Nahrungsmittel zu mir nehme (z.B. vertrage ich einen Schokokeks zum Frühstück nicht, zum Kaffee jedoch schon).
Mein Gewicht ist inzwischen bei ca. 126 kg angekommen, die letzten 4 Kilo purzelten erst letzte Woche durch die Magen-Darm-Grippe die mich erwischt hatte. Kein gesundes Abnehmen, aber sehr effektiv. Bin trotzdem froh, dass es mir inzwischen wieder besser geht.
Mein Lebenslauf ist nur noch 3 Monate entfernt und das Laufen morgens klappt auch ganz gut (wobei ich durch die Magen-Darm Geschichte leider wieder pausieren musste).
Ach ja, vor ca. einem Monat hatte ich mir die Achillissehne gereizt und ich bekam so einen schleimigen Zink-Verband und habe nun wieder Einlagen für die Laufschuhe. Damit scheint es aber sehr gut zu gehen, denn seitdem ist Ruhe im Fuß. Wobei ich nun immer vor dem Laufen speziell diese Sehe schön aufwärme und dehne.
Noch was Tolles: mir passen immer mehr meiner „alten/neuen“ Sachen. Kleider, die ich mir vor Jahren gekauft hatte mit der Hoffnung, irgendwann einmal hineinzupassen. Mit dem Magenband wurde das ja leider nicht so richtig etwas aber nun, sitzt, wackelt und hat Luft.
Überhaupt ist meine Erscheinung nicht mehr „fett“ sondern einfach nur noch „mollig“. Mein Gesicht ist echt schlank geworden und das gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich wunderbar, auch wenn ich in den letzten 9 Monaten „erst“ an die 30 Kilo abgenommen habe. Einige Ärzte würden nun sicher ganz entsetzt schauen und mich fragen: warum ERST 30 Kilo. Dann würde ich denen sagen: weil ich a) vor der Bypass-OP fünf Jahre lang meinen Grundumsatz durch das bescheidene Magenband versaut habe und ich b) lieber langsam dafür beständig abnehmen möchte. Und auch ich als dicker Mensch hin und wieder ein Eis essen möchte und nicht nur auf „Entzug“ leben will / kann (und mit Eis meine ich diese kleinen Mini-Magnums *g*).
Ich fühle mich inzwischen wohl in meinem Körper. Und auch wenn ich noch weiter abnehmen will, versuche ich mich nicht unter Druck zu setzen. Was bringt es mir wenn ich rasant 50 kg abnehme um später dann genauso rasant wieder 30 kg zuzunehmen. Nein danke.
Ach ja, außerdem sind meine Gedanken zurzeit sowieso ganz anders: meine Frau bekommt im Oktober unser erstes Kind. Bis dahin wäre es klasse, wenn ich noch weitere 10 Kilo runter bekomme. Aber eben langsam. Das sind noch 6 Monate hin und ich denke, das ist ein sehr realistisches Ziel. Immerhin will ich eine „aktive“ Mutter sein und mit meinem Kind viel unternehmen.
Ja, soweit dazu.
Wünsche allen da draußen schöne Ostern !!