Heute, vor genau drei Monaten, wurde ich operiert.
3 Monate. 13 Wochen. 91 Tage die mein Leben verändert haben.
Vor diesen 3 Monaten wog ich noch 155 kg. Ich fühlte mich fett, häßlich, nicht liebenswert und als absoluter (Band-) Versager. Ich sah keinen großen Sinn mehr in meinem Leben. Ich verfiel immer öfter in Depressionen, wollte nichts mehr unternehmen, wollte einfach nicht mehr da sein.
Und heute ? knapp 24 kg leichter ?
Ich würde lügen wenn ich sagen würde jetzt ist alles super toll und ich fühle mich nur noch großartig. Denn so einfach ist es nicht. Es gibt gute und es gibt schlechte Tage. Der Unterschied zu früher ist: die guten Tage überwiegen inzwischen. Auch jetzt gibt es Tage an denen ich nur „fressen“ könnte. Und ich meine damit fressen. Soviel bis ich kaum noch atmen kann. So viel wie reingeht in diesen kleinen Magen. Und soviel, wie mein Körper zuläasst. Es gibt Tage an denen esse ich über die Grenzen. Höre nicht auf, wenn ich satt bin. Esse solange, bis mir entweder übel wird (Dumping) oder ich fast erbrechen muss. Solche Tage gibt es.
Aber nicht oft. Nicht mehr. Und wenn ich merke das ich einen solchen Tag hatte, wird am nächsten Morgen der Schalter umgelegt und es geht weiter. Ich versuche mich nicht mehr zu bestrafen – mit nichts essen. Auch wenn es super schwer fällt.
24 kg leichter bedeutet für mich auch wieder einer regelmäßigen, körperlichen Betätigung nachzukommen. (Fast) jeden Morgen gehen wir „auf die Piste“. Ziehen unsere Sportsachen an, schlüpfen in unsere Turnschuhe (je nachdem ob laufen oder walken unterschiedliche) und laufen drauf los. Manchmal nur 20 Minuten, manchmal aber auch über eine Stunde (dies aber eher am Wochenende einfach aus Zeitgründen). Doch selbst wenn wir „nur“ 30 oder 40 Minuten laufen gehen ist das besser als gar nichts. Es hilft mir eine gewisse „Struktur“ in diese ganze Sache hier rein zu bringen. Und es macht Spaß. Nicht das Aufstehen um kurz nach 5 Uhr, aber das Gefühl „danach“.
24 kg leichter und auch mein Selbstwertgefühl ist nicht mehr ganz so mies. Aber auch hier gibt es Tage, an denen ich mich noch immer fett und häßlich fühle. Ist aber ok. Denn an den meisten Tagen denke ich mir, verdammt, du siehst so gut aus. Und das ist alles, was für mich zählt.
Es ist nicht immer alles Sonnenschein, aber das muss es auch nicht sein. Hätten wir immer nur Sonnenschein würde nichts mehr wachsen. Wir brauchen die Regentage. Sie sind wichtig. Wichtig für mich. Um zu begreifen, es geht auch wieder weiter.
Das Beste an der ganzen Sache ist, einen Partner an meiner Seite zu haben, der mich unterstützt. Die mich morgens aus dem Bett wirft wenn ich (mal wieder) keine Lust habe laufen zu gehen und viel lieber mit meinem Schweinehund noch eine Runde kuscheln möchte. Ich hätte nie gedacht wie wichtig diese Unterstützung seitens des Partners ist. Es ist das A und O. Wenn ich nicht mehr kann, ist sie für mich da. Mit Worten, mit Liebe und auch mit einem Tritt in den Hintern. Dafür bin ich so dankbar.
Ich liebe dich.
P.S. Hier zwei Bilder. Das erste wurde am 19. Juli 2008 in Frankfurt gemacht. 3 Tage nach OP mit guten 155 kg. Das zweite wurde am 29. September aufgenommen. Also ca. 2,5 Monate nach OP – und ca. 20 Kilo weniger. Leider ist das erste leicht von der Seite, aber ich denke, man kann den Unterschied sehen


Hallo,
ich finde das sau klasse was du du innerhalb von 2,5 Mon. abgenommen hast 20 kg sind eine stolze zahl.
Mir steht das auc bevor ich habe sau angst, würdest du mir ein paar Fragen stellen.
lg aischi
Von: Anonym am Mai 5, 2009
um 2:25