Verfasst von: magenbypass | Juli 24, 2008

OP Bericht Magenbypass

Dienstag, 15. Juli 2008 Gegen 6:51 Uhr fuhr (wie beim letzten Mal) der ICE Richtung Frankfurt. Dort angekommen (wie beim letzten Mal) nahm ich den Bus und war pünktlich gegen 9:30 Uhr an der Anmeldung. Dort wurden die üblichen „Aufnahmerituale“ durchgeführt: wiegen (ich hatte tatsächlich nur das zugenommen, was ich beim letzten Aufenthalt abgenommen hatte), EKG, Ultraschall und ein Lungenfunktionstest. Dann hieß es wieder warten, warten, warten…

Gegen 12:30 Uhr konnte ich endlich auf Station und das, was ich schon befürchtet hatte, traf ein: ich sollte mir das Zimmer mit Frau Super-Jammer teilen. Ehrlich Leute, wenn es einen Wettbewerb mit dem Thema „Jammern ohne Ende“ geben würde – diese Frau hätte den ersten Platz verdient. Sicher, jeder im Krankenhaus hat seine Geschichte, seine Wehwehchen. Aber muss man diese 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche anderen Menschen vorheulen ? Ich bin kein Freund von Selbstmitleid. Sicher, hin und wieder habe ich diese Phase auch. Aber sobald ich das merke reiße ich mich am Riemen und weiter geht’s. Jedenfalls würde das sicher lustig werden – Frau Super-Jammer gleich ein Bett neben mir.

Ich war gerade dabei meine Tasche auszupacken, da kam auch schon eine Pflegerin und es war Fiebermessen, Blutdruck und Puls messen angesagt. Oh ja, Zuckerwert auch noch. Dann gab es lecker Süppchen und ein Schälchen Wackelpudding.

Danach machte ich die erste Bekanntschaft zu einem Gleichgesinnten und so ging der Nachmittag mit viel Quatschen auch vorbei. Mein Zimmer mied ich aus bereits genannten Gründen so oft ich konnte.

Gegen Abend kam dann noch der Narkosearzt und nachdem das auch alles geklärt war, gab es ein lecker Fläschen namens Prepacol. Dies sollte in wenigen Stunden helfen „abzuführen“. Dieses Zeug schmeckt wie Wasser mit ganz schrecklich viel Salz *yuk*. Eckelhaft. Oh ja, daraufhin sollten wir noch 2 Liter Wasser trinken – damit es schön wirkt.

Den Abend verbrachte ich dann mit einigen anderen „Mopsis“ im Aufenthaltsbereich bis….ja, bis diese Zeug zu wirken anfing. Der Kommentar der Schwester „…na da flitzt aber jemand…“ trifft es haarscharf.

Gegen 22:30 Uhr drückte ich mir die Ohropax soweit wie möglich in die Ohren damit ich nichts mehr hören konnte und schlummerte fröhlich ein.

Mittwoch, 16. Juli 2008 - oder auch der Tag, an dem mein Leben eine neue Richtung einschlagen sollte. Gegen 6 Uhr wurde ich geweckt, ich habe mich noch einmal geduscht, mein sexy Outfit angezogen und mich dann mit meiner schönen LMAA Tablette ins Bettchen gelegt.

Die Zeit verstrich und endlich, gegen 12 Uhr, wurde ich geholt. Als wir Richtung Aufzug fuhren und mir ganz deutlich wurde, was jetzt passieren würde, wurde mir richtig mulmig. Ich bekam zum ersten Mal richtige Angst vor einer OP. Und dann passierte es einfach: mir liefen ein paar Tränen. Glücklicherweise hatte ich zwei tolle Schwestern bei mir die mir Mut machten. Die mich aufmunterten. Die mir Mut zusprachen. Das half ein wenig.

Dann wieder das Übliches: rauf auf den OP-Tisch, ab in den Vorbereitungsraum, Blutdruckmanschette und andere elektronischen Dinge an mich ran. Dann, ca. 15 Minuten später, began die Reise…

Ich glaube es war gegen 16:45 Uhr als ich das erste Mal wieder zu mir kam. Ganz kurz. Ich lag auf Intensiv. Dann wurde es auch schon wieder dunkel.

Es war ca. 22 Uhr als ich dann einigermaßen zu mir kam. Ich war an allen möglichen Maschinen angeschlossen. Ein Blasenkatheter war im Preis inbegriffen. Auch Sauerstoff durch die Nase. An Schlafen war in dieser Nacht jedoch nicht zu denken. Alle 15 Minuten pumpte sich die Blutdruckmanschatte an meinem linken Oberarm auf – so stark, dass ich noch heute leichte Striemen davon habe. Oh ja, auch toll war das Blutabnehmen in meinem Ohrläppchen. Erst diese Salbe, die es zum Glühen bringt und dann kommen sie mit dem Piekser und dem Röhrchen. Autsch !

Zusätzlich quälten mich die ganze Nacht Rückenschmerzen was durch Einreiben mit Voltaren durch die Krankenschwester etwas gelindert wurde.

Alle 15 Minuten ging mein Blick zur Uhr. Bis in die Morgenstunden.

Donnerstag, 17. Juli 2008 gegen 6 Uhr war die Nacht auf Intensiv vorbei. Ich bekam ein Schüsselchen mit Wasser und Seife und konnte mich – so gut es angekabelt im Bett geht – waschen. Oh, eine Einmalzahnbürste gab es auch. Inzwischen hatte ich auch meine sexy Strümpfe herunter gestarmpelt, da mich diese eh nur genervt hatten. Kurz danach wurde mir auch schon der Blasenkatheter gezogen (keine große Sache) und gegen 10 Uhr kamen „meine“ Schwestern und brachten mich zurück aufs Zimmer.

Dieses war leer, Frau Jammer hat es gestern nicht mehr in de OP geschafft weil wohl dermaßen viele Operationen anstanden. Schön, dachte ich, habe ich noch ein wenig Ruhe. Bis auf einmal die eine Schwester sagte, ne ne, wir haben sie doch verlegt. Sie kommen zu Frau I. ins Zimmer (Anmerkung: mit ihr hatte ich mich am Abend davor noch unterhalten und darüber gesprochen, wie schön es gewesen wäre, wären wir zusammen im Zimmer gelandet). Und nun – sollte ich zu ihr verlegt werden. Genial ! Super !

Die Schwestern packten meine ganzen Sachen auf mein Bett und schoben mich nun zwei Zimmer weiter. Das war schon eine tolle Sache das die das machten. Somit war ich Frau Jammer los und hatte von nun an die beste Bettnachbarin die ich mir hätte wünschen können. Eine Griechin, super lieb, super lustig – hier einmal ganz liebe Grüße an dich.

Der Rest des Tages war nicht wirklich ereignisvoll. Ich machte meine ersten Schritte zur Toilette und schlief sehr viel. Zu Trinken gab es nichts, was nicht so schlimm war da ich jede Menge Infusionen bekam.

Ach ja, dieses Teil hier bekamen wir um unsere Lungen zu stärken bzw. immer wieder tief einzuatmen. Logischerweise atmet man recht flach wenn man Schmerzen hat und mit diesem Ding sollten wir 5 mal am Tag ca. 2 Minuten üben. Durch tiefes Einatmen gehen die Kugeln nach oben. Am Anfang schaffte ich mit Müh und Not die erste hellblaue Kugel. Dann irgendwann zwei und nach ein paar Tagen auch alle drei :)

Freitag, 18. Juli 2008 Heute habe ich den Tag mit Haarewaschen begonnen. Was für eine Aktion. Danach war ich erst einmal tot und musste mich ausruhen. Danach bin ich mit meinem kleinen Ahänger alias Drainage zur Wiege gelaufen. Gute 3 kg waren schon weg.

Der Tag war absolut langweilig, ich habe sehr viel geschlafen. Lag an der Infusion, über die wir noch immer Novalgin gegen Schmerzen bekamen. Schön und gut, nur macht das Zeug eben verdammt müde.

Oh doch, Highlight des Tages: wir bekamen unseren ersten Tee. 4 x 50 ml. Macht ca. eine Tasse den ganzen Tag. Erst denkt man das ist verdammt wenig. Aber ehrlich gesagt hatte ich meine Mühe, alles zu trinken. War trotzdme herlich. Ach ja, zur Auswahl stand übrigens nur (und tut es heute noch) Fenchel oder Kamillentee :)

Samstag, 19. Juli 2008 Nach der Visite wurde endlich meine Drainage gezogen. War nicht schlimm, hat auch nicht wehgetan. Endlich „Beutelfrei“. Danach wieder – wer hätte es gedacht – ab auf die Waage. Das macht ja so viel Spaß *g*.

Gegen 11 Uhr kam dann meine bessere Hälfte und nach dem Mittagessen (wir bekamen das erste Mal 100 ml klare Brühe) machten wir uns auf in Richtung Nordwest-Zentrum. Das ist ein mega großes EInkaufscenter in Frankfurt. Dort gingen wir dann gute eineinhalb Stunden „shoppen“. Immer mit kleinen Pausen, aber immerhin. Fühlte sich gut an außerdem musste ich mal etwas anderes sehen außer Krankenhauswände.

Gegen Abend gab es dann die zweite leckere Suppe und wir saßen dann eine Weile auf meinem Zimmer, quatschten viel mit meiner Bettnachbarin und erstellen eine Art „Liste“, was wir in welcher Phase essen dürfen.

Gegen 22:30 Uhr verabschiedete sich meine bessere Hälfte dann ins Hotel und ich ging dann auch schon schlafen.

Sonntag, 20. Juli 2008 Wundervoll. Ich habe die gesamte Nacht durchgeschlafen. Fühlte mich so gut wie schon lange nicht mehr. Nachdem ich mein Frühstück (diesmal gab es Cremesuppe und ein „Milchmixgetränk“) zu mir genommen hatte (bzw. mir das Milchmixgetränk aufgehoben habe weil ich schon satt war), saßen wir mit anderen in lustiger Runde zusammen.

Später am Tag ging ich mit meinem Schatz in Richtung Innenstadt und verbrachten dort eine schöne Zeit. Ganze 3 Stunden waren wir unterwegs :) Ich habe gut durchgehalten. Daür, dass ich erst wenige Tage zuvor eine sehr große OP hinter mir hatte, ging es mir schon sehr gut.

Abends saßen wir in der Aufenthalsecke zu sechst oder siebt zusammen. Wir waren ein lustiger Haufen. Es ging dermaßen lustig zu, dass wir uns alle die Bäuche heben mussten.

An dieser Stelle sei einmal gesagt, dass der Aufenthalt im Krankenhaus (abgesehen von der OP) wirklich toll war. Ich habe sehr viele interessante und tolle Menschen kennengelernt. Mit einigen hoffe ich in Verbinudung zu bleiben.

Montag, 21. Juli 2008 gegen 7 Uhr kam mein Schatz bereits vom Hotel und nachdem wir gefrühstückt und noch ein wenig mit allen gequatscht hatten, machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Nachhauseweg.

Heute ist Donnerstag der 24. Juli 2008. Mir geht es soweit sehr gut, ich habe keine Schmerzen bin nur noch sehr schlapp. Daher hat es mit diesem Blog-Eintrag auch etwas gedauert. War einfach noch nicht bei Kräften genug um länger am PC zu sitzen.

Mittlerweile sind es 9,2 kg die ich bereits verloren habe. Das Essen klappt sehr gut. Bisher habe ich Tomaten, Erbsen und Brokolisuppe gekocht und gut vetragen.

Meine Portionen liegen zwischen 100-120 ml pro Mahlzeit. Ist nicht viel, mir reicht es aber momentan. Außerdem habe ich etwas Joghurt mit Laktoserfreier Milch gemixt und kann dies z.B. zum Frühstück löffeln (nicht trinken, damit man langsam macht). Oh, heute gab es eine „Zwiebacksuppe“ zum Frühstück. Man nehme 2 Zwieback, 125 ml warmer Milch, etwas einweichen lassen, alles ab in den Mixer und voilá – fertig ist das Frühstück. Einfach und lecker.

Ansonsten versuche ich jeden Tag mindestens 15-20 Minuten an die frische Luft und etwas spazieren zu gehen. Das gibt ein gutes Gefühl, bringt den Kreislauf in Schwung und ich hoffe somit, momentan nicht nur Muskelmasse zu verlieren – wie das ja leider oft der Fall ist am Anfang.

Mit dem Trinken geht es auch ganz ok. Nur Tee kann ich gerade nicht mehr sehen. Dann lieber Wasser. Dies jedoch ohne Kohlensäure. Oder eben nur ganz wenig. Ich habe mir noch vor der OP etwas Sirup von Bodystuff bestellt – dies ist ohne Kohlenhydrate. Denn mal ehrlich: immer nur totes, fades Wasser wird auf die Dauer echt langweilig :)

Ja, und so bin ich jetzt noch bis mindestens Ende nächster Woche zu Hause und versuche jeden Tag etwas Neues aus was ich kochen kann. Heute Abend werde ich mal eine Pilzsuppe wagen. Das Tolle wenn man so viel zu Hause ist: man hat Zeit und kann alles selbst kochen. Nix Tütensuppe. Selbst ist die Frau :)

Und das Ganze macht sogar großen Spaß :)

So sieht übrigens mein Bauch aus – insgesamt sind es diesmal 5 Schnitte geworden. Den einen, ganz rechts, sieht man auf dem Bild etwas schlecht. Unschön ist die Tatsache, dass ich gegen die Pflaster wieder heftig allergisch reagiere und auch die Klammern bereits wieder extrem entzündet sind (siehe zweites Bild). Aber sobald die am Wochendene gezogen werden, kann es nur besser werden :)


Antworten

  1. das hört sich ja alles schon mal super an! :)
    schön das es dir so gut geht!

    liebe grüße

  2. Das ist ja super gelaufen. So war es leider bei mir nicht, lag eine Woche intensiv, bin zweimal in den Genuss der OP gekommen, beim erstenmal war ich undicht und danach lag ich insgesamt 4 Wochen im KH. Allerdings nicht in Sachsenhausen.
    Es geht leider nicht immer so gut aus.
    Liebe Grüße

  3. Ich habe meinen OP Termin am 07.10.08 und schon etwas angst aber der bericht hat mir hoffnung gemacht

  4. Hallo :) … Ich finde es schön so ein Blog zu finden, indem alles so schön umschrieben ist wie hier.

    Ich wünschte ich könnte mich bei dir beraten, aber unter „4 Augen“. Ich würde meine E-Mail Adresse hier poste, oder meine Icq nummer, aber das mache ich nicht, da es public ist, da ist die Gefahr zu groß das mich einer erkennt oder sonst was.

    Ich hoffe es gibt eine Möglichkeit sich mit dir austauschen zu können. da es schon einen eigenständigen Grund gibt darüber zu reden.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Ixi

  5. hallo. bin aus südtiol und muss am freitag den 20 03 2009 ins krankenhaus und werde am 23 03 2009 operiert. magenbypass.habe keine angst nur heute ein mulmiges gefühl.habe das magenband 14 jahre in meinem körper getragen und hatte fürchterliche probleme wegen erbrechen von magenseure durch mund und nase.nach meiner op am 23 03 2009 kann ich am 30 03 2009 nach hause gehen . vorausgesetzt es leuft alles wie vorhergesehen.mache das beste daraus und grüsse die die diese mail empfangen

  6. hallo mir wurde am 28.10.2009 ein magenbypass operiert mir gehts wundervoll gut habe jetzt 10 kg verloren möcht allen mut machen für die op ist wirklich alles klasse und fühl mich sehr wohl


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