Verfasst von: magenbypass | Juli 3, 2008

Noch 11 Tage – oder auch die Angst davor

Als ich gerade auf meinen „Countdown-Kalender“ geschaut habe, musste ich feststellen, dass es nun nur noch 11 Tage bis zu meiner zweiten OP sind. Wahnsinn. Wo ist die Zeit nur hin ? Mein letzter Blog ist auch schon wieder ein paar Tage her und inzwischen kann ich es nicht mehr erwarten, endlich unter’s Messer zu kommen. Ich kann meinen Anblick einfach nicht mehr ertragen und in meinem Kopf nenne ich mich selbst inzwischen „Fettarsch“ oder „Fettbacke“. Grausam ? Ja, aber es entspricht der Wahrheit. Ich bin nicht dick oder pumelig. Ich bin auch nicht etwas runder als andere. Nein. Ich sehr das realistisch: ich bin fett.

Und da ich nicht immer fett bleiben möchte, habe ich mich schon vor langer Zeit zu diesem Schritt entschieden. Es wird Zeit das etwas passiert. Ich möchte endlich wieder in den Spiegel schauen können ohne zu denken, ach du heilige Scheiße was ist DAS denn.

Ja, ich bin hart zu mir. Aber anders geht das auch nicht. Was bringt es mir denn, wenn ich mich selbst als etwas mopelig bezeichne ? Wenn ich meine fetten Oberschenkel beschönige ? Wenn ich wegschaue ? Nein, ICH schaue ganz genau hin. Sehe jedes Fettpolster. Jede Schwabelschwarte. Ich sehe meinen fetten Hintern und spüre meine Kleidung, wie sie viel zu eng an mir klebt (bei diesem Wetter umso mehr).

Es ist eckelhaft und ich hasse diesen Körper. Er passt so gar nicht zu mir. Ich, deren Kopf niemals still steht. Immer in Bewegung ist. Niemals still halten kann. Und dann dieser „Klumpen“ der unterhalb dieses Kopfes hängt. Passt so gar nicht. Ich kann es kaum erwarten wenn die ersten Kilos purzeln und damit auch wieder mein Bewegungsdrang folgt. Ich kann es nicht erwarten, auch diesen Körper endlich wieder zu bewegen. Spaß dabei zu empfinden. Meinen Körper zu spüren. Mich selbst toll finden.

Tja, abgesehen von der Tatsache das ich mich unheimlich auf die OP freue (ja, ich freue mich tatsächlich) habe ich auch eine wahnsinnige Angst davor, zu versagen.

Ich fühle mich als Magenbandversager und ich habe Angst, auch ein Magenbypassversager zu werden. Habe Angst, dass sich meine Wünsche und meine Vorstellungen nicht erfüllen. Habe Angst, ein lebenlang in diesem fetten Körper gefangen zu stecken, der nicht zu mir passt (fühlen sich so vielleicht Transgender ? Gefangen im falschen Körper ?). Ich habe Angst, dass ich mich nicht an das neue Leben gewöhnen werde. Habe Angst, nie wieder so richtig sündigen zu können. Habe Angst, gewisse Dinge „wieder“ nicht mehr essen zu können. Habe Angst davor, zu kurz zu kommen.

Wobei wir wieder beim Thema wären. Nicht genug. Niemals genug. Immer zu wenig. Nie zuviel. Warum ist das so ? Warum ist NIEMALS etwas GENUG ? Warum brauche ich immer viel mehr als all die anderen ? Warum kann ich nicht zufrieden sein mit dem, was ich habe ?

Manchmal kotze ich mich selbst an.

Ok, positiv denken. Oooohhmmmm :)

Spaß beiseite.

Ich werde es schaffen. Ich werde abnehmen. Ich werde diesen fetten Körper zum Schmelzen bringen. Ich werde kämpfen und erst aufhören, wenn ICH zufrieden bin. Ich werde meinen Körper nicht gewinnen lassen. Nicht dieses Mal. Nicht noch einmal. Es steht 1:0 für meinen Körper. Für meinen inneren Schweinehund.

Aber lass dir gesagt sein, lieber Schweinehund: ab dem 16. Juli 2008 wird Krieg zwischen uns herschen. Und ich werde nicht aufgeben. Du wirst um Gnade betteln – und ich werde siegen.

Dieses Mal gewinne ICH !!


Antworten

  1. Hallo Ihr Mitstreiter,
    finde deinen Blog Klasse, habt Ihr den von Edi schon gelesen? Der hat nach Bypass im ersten Jahr über 70 Kilo abgenommen,
    ich habe seit 1997 ein Magenband, ist voll in die Hose gegangen, jetzt nach ca 9 Monaten Kampf mit KK habe ich am 20.Juli die Bypass-Op.
    Wünsche allen viel Glück und ich guck mal wieder rein, Gruß Ute


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