Heute genau vor einem Jahr habe ich meinen Magenbypass bekommen. Wahnsinn ! Ein Jahr ist inzwischen vergangen. Ein Jahr, in dem sich nicht nur mein Gewicht verändert hat, sondern ein großer Teil meines Lebens. Meiner Einstellung. Eben sehr viel.
Ich habe durch den „Umbau“ so viel an Lebensqualität dazu gewinnen können, dass ich mich sehr oft frage, warum habe ich das nicht schon so viel früher gemacht ? Die Antwort: weil es trotzallem ein verdammt großer Schritt ist. Ein Schritt, den man nicht leichtfertig tun sollte.
Ich jedoch habe den Schritt zum Magenbypass nach 5 Jahren Magenband(-Alptraum) getan und ich bereue KEINEN einzelnen Tag. Ich habe in diesem Jahr zwar „nur“ 30 kg abnehmen können, aber ganz ehrlich: das ist geil ! Ich fühle mich gut.
Sicher, ich würde lügen wenn ich sagen würde, mehr erwarte ich nicht. Denn um ehrlich zu sein: ich erwarte noch sehr viel mehr – von mir. Nicht von dem Bypass. Dieser ist nur meine kleine „Krücke“…mein „Gehstock“. Von ihm kann ich nur erwarten, dass er mich weiterhin unterstützt und diesen Weg MIT mir geht – nicht für mich.
Ich denke, hier ist ein großer Unterschied. Ein Magenband oder auch ein Magenbypass ist nicht der Freifahrtschein um so weiter zu machen wie man vorher (ungesund) gelebt hat. Man muss selbst „die Hufe schwingen“ und seinen Arsch von der Couch heben. Es liegt an einem selbst, was man sich in den Einkaufswagen legt, wie oft man am Buffet Nachschlag holt und wann und wie oft man zum Training geht. All das kann einem niemand abnehmen.
Alles in allem würde ich also sagen, ich bin sehr zufrieden wo ich heute bin. ABER ich möchte nicht stehen bleiben. Ich möchte weiterkommen, weiterlaufen, mir selbst beweisen, dass ich es kann.
Mein Ziel vor einem Jahr war der Lebenslauf der AIDS-Hilfe. Dieser findet am kommenden Sonntag statt. Ich denke nicht, dass ich bereits die kompletten 5 km joggen kann, aber das ist auch ok so. Ich war in den letzten Wochen sehr faul und habe mein Training absolut vernachlässigt (heißt soviel wie: ich Faultier war gar nicht laufen). Meine „Trainerin“ hat leider keine Zeit mehr und alleine…ihr kennt das ja.
Trotzdem habe ich das große Bedürfnis am Sonntag zu laufen.
Denn jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt…


